TVöD-Entgeltrunden 2025/26: Folgen für Gehälter und Honorare in der Ergotherapie-Praxis
Was der TVöD-Abschluss 2025/26 konkret für angestellte Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sowie für die Honorare in Heilmittelpraxen bedeutet

TVöD-Entgeltrunden 2025/26: Folgen für Gehälter und Honorare in der Ergotherapie-Praxis
Der TVöD-Abschluss 2025/26 prägt die Gehaltsentwicklung in vielen ergotherapeutischen Teams. Ab 1. April 2025 steigen die Entgelte um 3,0 Prozent, mindestens 110 Euro, ab 1. Mai 2026 um weitere 2,8 Prozent [1][13]. Für Praxen gilt: Löhne und Honorare laufen getrennt. Die SGB-V-Vergütung für Ergotherapie wurde 2026 zusätzlich um 4,11 Prozent angepasst [4].
Was wurde im TVöD 2025/26 vereinbart?
Die Tarifeinigung sieht zwei lineare Erhöhungen vor. Zum 1. April 2025 steigen die Entgelte um 3,0 Prozent, mindestens jedoch um 110 Euro. Zum 1. Mai 2026 folgt eine weitere lineare Erhöhung um 2,8 Prozent [1][13]. Die Laufzeit des Abschlusses beträgt 27 Monate. Damit handelt es sich um einen mehrstufigen, langfristigen Abschluss mit klar definierten Stichtagen [13]. Fachübersichten bestätigen die Staffelung und verorten die erste Entgeltphase von 01.04.2025 bis 30.04.2026, gefolgt von einer neuen Tabelle ab 01.05.2026 [4][1].
Die erste Stufe orientiert sich an der Schlichtungsempfehlung vom 28.03.2025, die als Grundlage für die 2025er Erhöhung diente [4]. Für Bund und Kommunen greifen die 2,8 Prozent zusätzlich ab Mai 2026; gewerkschaftsnahe und fachliche Seiten stellen diese zweite Stufe übereinstimmend dar [1]. Nach Angaben der GEW verläuft die Struktur als Nullrunde zu Jahresbeginn 2025, gefolgt von der Erhöhung ab April und der zweiten Stufe ab Mai 2026 [13].
Relevanz für Ergotherapie: Angestellte versus Selbstständige
Für ergotherapeutische Praxen ist der TVöD vor allem bei angestellten Therapeutinnen und Therapeuten eine Orientierungsgröße. Er beeinflusst Gehaltsverhandlungen, Personalbindung und die Kalkulation der Personalkosten [15][20]. Dabei gilt: Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten im öffentlichen Dienst werden nach TVöD-Entgeltgruppen eingruppiert, während Praxen in freier Trägerschaft oftmals TVöD-nahe oder eigenständige Vergütungsmodelle nutzen. Die linearen Erhöhungen setzen Referenzpunkte für marktübliche Lohnniveaus, die sich auf Bewerbererwartungen und Fluktuationsrisiken auswirken können [15][20].
Gleichzeitig betreffen TVöD-Tarife die Honorierung von Heilmittelpraxen nicht direkt. Vergütungssätze für ergotherapeutische Leistungen in der ambulanten Versorgung folgen eigenen Rahmenvereinbarungen und Schiedsstellenverfahren nach SGB V [10]. Eine sachgerechte Einordnung unterscheidet daher zwischen der Gehaltsentwicklung für Angestellte und der Honorardynamik für Praxiserlöse [1][10][13]. Für die Praxissteuerung bedeutet das: Personalkosten und Einnahmenseite sind unabhängig zu planen, auch wenn beide Entwicklungen zeitlich zusammenfallen.
Entgelttabellen und Eingruppierung: Orientierungspunkte im Überblick
Die TVöD-VKA-Entgelttabelle gliedert sich in Entgeltgruppen von E1 bis E15Ü und weist jeweilige Erfahrungsstufen aus [4]. Für die Phase 01.04.2025 bis 30.04.2026 gilt eine angepasste Tabelle, ab 01.05.2026 folgt die neue Tabelle mit der zweiten linearen Erhöhung [4][1]. Fachportale nennen für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten im öffentlichen Dienst häufig die Entgeltgruppe E6 als typische Eingruppierung. In entsprechenden Übersichten liegt das Einstiegsgehalt bei 3.391,44 Euro brutto, die höchste Stufe bei 4.115,73 Euro brutto [15].
Für den Zeitraum ab 01.05.2026 weisen Gehaltsrechner und Fachseiten aktualisierte Tabellenwerte aus, die bis in E15 reichen. Als Orientierungswert wird etwa E15 Stufe 1 mit 5.827,86 Euro brutto genannt [12][19]. Solche Werte dienen Praxen und Bewerbenden als Benchmark, ersetzen jedoch nicht die individuelle Eingruppierungsprüfung im öffentlichen Dienst oder die betriebliche Gehaltsstruktur in frei getragenen Praxen. Wichtig ist die korrekte Zuordnung von Aufgabenprofil, Qualifikation und Berufserfahrung zu den Stufen der jeweils geltenden Tabelle [4].
Zeitliche Staffelung: Auswirkungen auf Budget und Personalplanung
Die 27-monatige Laufzeit verstreckt die Entgeltentwicklung über April 2025 bis mindestens Mai 2026 hinaus. Praktisch bedeutet das: Eine erste Kostenwelle ab 01.04.2025 und eine zweite ab 01.05.2026. Die Nullrunde zu Jahresbeginn 2025 ändert an der Budgetwirkung ab April nichts; der Sprung entsteht punktgenau mit dem Stichtag [13]. Für die VKA-Tabellenperiode 01.04.2025 bis 30.04.2026 ist Planungssicherheit gegeben, bevor die zweite Stufe zum 01.05.2026 greift [4][1].
Personalverantwortliche in Ergotherapiepraxen orientieren sich an diesen Stichtagen, um Verträge, Zielvereinbarungen und Stellenkalkulationen rechtzeitig anzupassen. Besonders in Praxen mit TVöD-Anbindung oder TVöD-naher Vergütung empfiehlt es sich, die Erhöhungen parallel zur Tabellenumstellung umzusetzen und Folgekosten in Urlaubs- und Krankheitsvertretungen zu berücksichtigen. Für Praxen ohne Tarifbindung dienen die Stufen als Marktindikator in Bewerbungsverfahren und bei Retentionsgesprächen [15][20].
Abgrenzung: TVöD-Gehälter und SGB-V-Vergütung in der Ergotherapie
Honorare in Heilmittelpraxen werden nicht über den TVöD bestimmt. Sie folgen eigenständigen Verhandlungen und gegebenenfalls Schiedsstellenentscheidungen auf Basis des SGB V [10]. Für Ergotherapie meldete die AOK eine Schiedsstellenentscheidung vom 25. Juni 2026 mit einer Vergütungsanpassung um 4,11 Prozent zum 1. Juli 2026. Der Abrechnungslauf startete frühestens ab 1. August 2026 [4]. Die Laufzeit der Anpassung reicht vom 1. Juli 2026 bis 31. März 2027, Ausgleichszahlungen für zurückliegende Zeiträume sieht die Meldung nicht vor [4].
Diese Vergütungsentscheidung ist getrennt von den TVöD-Erhöhungen zu betrachten. Während der TVöD den Personalaufwand für angestellte Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten beeinflusst, bestimmt die SGB-V-Vergütung die Erlössituation der Praxis. Beide Stränge laufen parallel, ohne direkte Kopplung. Für die Steuerung der Praxisfinanzen ist daher eine getrennte Liquiditäts- und Ergebnisplanung sinnvoll, die die jeweiligen Stichtage und Laufzeiten abbildet [1][10][13].
Praktische Konsequenzen für Praxen: Lohnpolitik, Recruiting, Kalkulation
- Gehaltsbänder aktualisieren: Orientieren Sie Einstiegs- und Entwicklungsgehälter an der April-2025- und Mai-2026-Stufe, sofern Ihre Praxis TVöD-gebundene oder TVöD-nahe Verträge nutzt [1][4][13].
- Stellenbesetzungen timen: Bewerbungsprozesse und Angebote sollten die absehbaren TVöD-Stufen einpreisen, da Kandidatinnen und Kandidaten TVöD-Vergleiche heranziehen [15][20].
- Budget staffeln: Planen Sie zwei klar getrennte Kostenanstiege ein, korrespondierend zur VKA-Tabelle bis 30.04.2026 und der Folgetabelle ab 01.05.2026 [4][1].
- Erlöse im Blick: Berücksichtigen Sie die 4,11-Prozent-Anpassung ab 01.07.2026 und den Abrechnungslauf ab frühestens 01.08.2026 in Ihrer Liquiditätsplanung [4].
- Vertragsmanagement: Prüfen Sie Zulagen, Funktionsübertragungen und Stufenentwicklungen, um interne Vergütungsstrukturen wettbewerbsfähig und transparent zu halten [4][15].
Die Trennung zwischen Lohn- und Erlösentwicklung reduziert Fehlanreize in der Preis- und Personalpolitik. Gleichzeitig helfen klare Kommunikationslinien im Team, um Erwartungen an Gehaltsanpassungen mit den konkreten Stichtagen abzugleichen.
Orientierung an Entgeltgruppen: E6 im Fokus, Spitzenwerte als Benchmark
Im öffentlichen Dienst wird für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten häufig E6 als typische Eingruppierung genannt. In aktuellen Übersichten liegt dort das Einstiegsgehalt bei 3.391,44 Euro brutto, die höchste Stufe bei 4.115,73 Euro brutto [15]. Diese Bandbreite setzt einen Rahmen für Verhandlungen in TVöD-nahen Praxen, auch wenn individuelle Praxismodelle abweichen können. Gleichzeitig listen Fachseiten für die Tabelle ab 01.05.2026 Werte bis E15, etwa E15 Stufe 1 mit 5.827,86 Euro brutto, die das generelle Lohngefüge im öffentlichen Dienst sichtbar machen [12][19].
Für die Praxissteuerung ist entscheidend, Aufgabenprofile und Verantwortungsgrade systematisch zu beschreiben und diesen Profilen interne Gehaltsbänder zuzuordnen. So lassen sich Qualifikationssprünge, Zusatzaufgaben und Leitungstätigkeiten bewerten, ohne die betriebliche Kostenstruktur zu überdehnen. Orientierung geben die VKA-Tabelle, ihre Erfahrungsstufen und die klaren Stichtage der TVöD-Erhöhungen [4][1].
Planungsleitfaden: Schritte für 2025 und 2026
- Stichtage festlegen: Verankern Sie 01.04.2025 und 01.05.2026 in Budget, Verträgen und Kommunikation [1][13].
- Gehaltsstruktur prüfen: Aktualisieren Sie Gehaltsbänder mit Blick auf E6-Orientierungswerte und interne Rollenprofile [15][4].
- Liquiditätsplanung doppelt führen: Trennen Sie Personalkostenentwicklung (TVöD) und Erlösentwicklung (SGB V), inklusive der 4,11-Prozent-Vergütungsanpassung ab 01.07.2026 [4][10].
- Recruiting-Argumentation schärfen: Spannen Sie die Brücke zwischen Entwicklungsperspektiven, stufengerechter Eingruppierung und Teamkultur, um mit TVöD-Angeboten mithalten zu können [15][20].
- Controlling anpassen: Hinterlegen Sie die VKA-Tabellenzeiträume 01.04.2025 bis 30.04.2026 sowie ab 01.05.2026 als getrennte Kostenblöcke [4][1].
Dieser Ablauf minimiert Überraschungen und schafft Transparenz gegenüber Mitarbeitenden und externen Partnern.
Häufige Fragen
Gilt der TVöD-Abschluss unmittelbar für alle Ergotherapiepraxen?
Nein. Der TVöD gilt unmittelbar für Beschäftigte im öffentlichen Dienst sowie für Einrichtungen mit entsprechender Tarifbindung. Freiberufliche oder privat getragene Ergotherapiepraxen können sich am TVöD orientieren, sind aber nicht automatisch daran gebunden. Für sie setzen die TVöD-Stufen vor allem Markt- und Verhandlungssignale bei Gehältern, ohne die Honorarentwicklung nach SGB V zu steuern [1][10][13].
Wie beeinflussen die Stichtage 01.04.2025 und 01.05.2026 die Praxisplanung?
Zum 1. April 2025 steigen Entgelte um 3,0 Prozent, mindestens 110 Euro; zum 1. Mai 2026 folgt eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent. Dazwischen läuft für die VKA-Tabelle die Phase 01.04.2025 bis 30.04.2026, ehe die neue Tabelle greift. Budget, Verträge und Teamkommunikation sollten diese Zäsuren abbilden, um Personal- und Liquiditätsplanung zu stabilisieren [1][4][13].
Hat die TVöD-Erhöhung Einfluss auf die Vergütung ergotherapeutischer Leistungen?
Nein, die Honorare in Heilmittelpraxen folgen der Systematik des SGB V. Für 2026 meldete die AOK eine Schiedsstellenentscheidung mit 4,11 Prozent Vergütungsanpassung ab 1. Juli 2026 und Abrechnung ab frühestens 1. August 2026. Diese Entscheidung hat eine eigenständige Laufzeit und ist vom TVöD unabhängig zu betrachten [4][10].
Welche Entgeltgruppen sind für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten typisch?
Fachportale nennen die Entgeltgruppe E6 als typische Eingruppierung im öffentlichen Dienst. In aktuellen Übersichten liegt das Einstiegsgehalt dort bei 3.391,44 Euro brutto, die höchste Stufe bei 4.115,73 Euro brutto. Für die Tabelle ab 01.05.2026 werden auch Werte höherer Gruppen wie E15 Stufe 1 als Orientierung ausgewiesen [15][12][19].
Warum sprechen Fachquellen von einer Nullrunde Anfang 2025?
Die GEW beschreibt die Struktur des Abschlusses als Nullrunde zu Jahresbeginn 2025, gefolgt von der ersten linearen Erhöhung ab 1. April 2025 und der zweiten ab 1. Mai 2026. Diese Abfolge verdeutlicht, dass es vor April 2025 keine Erhöhung gibt, die Wirkung aber dann stichtagsbezogen einsetzt und bis zur zweiten Stufe fortgeführt wird [13].
Fazit
Der TVöD-Abschluss 2025/26 setzt mit 3,0 Prozent ab April 2025, mindestens 110 Euro, und 2,8 Prozent ab Mai 2026 klare Lohnsignale für ergotherapeutische Teams im öffentlichen Umfeld. Für Praxen ohne Tarifbindung sind die Tabellen wichtige Benchmarks in Gehaltsverhandlungen und beim Recruiting. Honorare in der ambulanten Ergotherapie entwickeln sich dagegen eigenständig über die SGB-V-Systematik. Die 4,11-Prozent-Anpassung ab Juli 2026 verläuft zeitlich parallel, bleibt aber unabhängig. Getrennte Planung von Personalkosten und Erlösen schafft Transparenz und Stabilität [1][4][10][13].
Quellen
- TVöD Tarifrunde 2025: Tarifeinigung mit 5,8 % Gehaltsplus
- Fragen und Antworten zum Abschluss TVöD 2025
- TVöD-VKA Entgelttabelle 01.04.2025 - 30.04.2026
- Schiedsstelle beschließt Anpassung der Vergütung um 4,11 Prozent
- Die neuen Löhne für 2025 in Ergotherapiepraxen ab 01.08.2025
- Neue Entgelttabelle ab 01.05.2026
- Öffentlicher Dienst Gehalt: Entgelttabellen 2026 TV-L, TVöD ...


